Es war über 45 Minuten eine ideenlose Leistung, die der HC Leipzig beim Gastspiel in Buxtehude bot. Erst in den letzten Minuten konnte Leipzig den Rückstand auch dank eines 5:1-Zwischensprints zumindest noch halbieren, unterlag am Ende jedoch aufgrund der schwachen Offensivleistung beim Buxtehuder SV klar mit 18:23 (5:9). Am Ende waren für die Hausherrinnen Diane Lamein, Stefanie Melbeck und Youngster Jessica Oldenburg je fünfmal erfolgreich, für Leipzig trafen Mette Ommundsen (7/6) und Anne Müller (4) am häufigsten. Überragende Spielerin der Partie war allerdings BSV-Torhüterin Jana Krause.
Es war in der Anfangsphase zunächst die im Vorfeld erwartet eng umkämpfte Partie, in der sowohl Buxtehude wie auch Leipzig anfangs wenig zuließen. Die wenigen Tore, sie fielen weitestgehend im Duell Frau gegen Frau von der Siebenmeterlinie. Je drei Strafwürfe konnten beide Teams bis zum 5:4-Zwischenstand versenken. Grund genug für Karolina Kudlacz noch einmal sichtbar die "Ärmel hochzukrempeln", die für die Polin untypisch zu Beginn des Spiels noch ihre normale Position innehatten.
In den ersten Minuten schien es zunächst vor allem für den HCL zu laufen, erst in der achten Minute konnte Diane Lamein den ersten Treffer der Hausherrinnen erzielen. Problem aus Leipziger Sicht, Jana Krause hatte bislang ebenfalls nur zweimal hinter sich greifen müssen. Die Keeperin lief gegen ihren Ex-Klub zur Höchstform auf so dass dem HCL auch die gute Leistung Schülkes nichts nutzte. Da Leipzig vor allem auf linksaußen in der Deckung schlief, konnte sich der BSV in den letzten Minuten des ersten Durchgangs auf 9:5 absetzen.
Auch in Halbzeit zwei sollte sich zunächst nichts ändern. Leipzig agierte im Angriff teilweise überhastet und kassierte zudem wie schon zum Ende des ersten Durchgangs noch unnötige Zeitstrafen. Der "körperlich auf dem Zahnfleisch" gehende Vizemeister hingegen hielt seine taktische Marschroute bei, erspielte sich klare Chancen und führte Mitte der zweiten Halbzeit mit 18:8 (47.). Auf der Gegenseite wurden unterdessen auch klarste Chancen vergeben - Schulz scheiterte beispielsweise frei vom Kreis.
Stefan Madsen versuchte in einer Auszeit noch einmal das sich abzeichnende Debakel aufzuhalten. Augsburg von linksaußen und Müller per Gegenstoß schienen die richtigen Impulse zu setzen, zumal auch bei Buxtehude der Schlendrian einkehrte. Nachdem Karolina Kudlacz dann auf sieben Tore verkürzte, hatte auch Dirk Leun genug gesehen und bat seine Frauen zum Gespräch. Melbeck zog aus dem rechten Rückraum nach innen und beendete die kurze Schwächephase mit einem Durchbruch zum 19:11 (50.).
Die Partie war längst entschieden, Leipzig konnte zwar noch ein wenig Ergebniskosmetik betreiben, richtige Hoffnung auf einen zählbaren Erfolg sollte an diesem Abend jedoch nicht mehr aufkommen. Das Ergebnis betrug am Ende - auch aufgrund der beiden unnötigen Zeitstrafen von Diane Lamein, die zweimal von Anne Müller ausgetanzt wurde - 23:18.